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Beregnungsanlage warten und winterfest machen

Eine Beregnungsanlage ist eine technische Anlage. Wer sie im Herbst nicht entleert, zahlt im Frühjahr die Rechnung – und zwar nicht die kleine.

Warum Frost so teuer wird

Wasser dehnt sich beim Gefrieren um rund neun Prozent aus. In einem geschlossenen Rohr, einem Magnetventil oder im Gehäuse eines Versenkregners ist für diese Ausdehnung kein Platz. Also gibt das Bauteil nach. Sehen kann man den Riss im Winter nicht. Bemerkt wird er im April, wenn die Anlage aufgedreht wird und das Wasser an drei Stellen gleichzeitig aus dem Rasen kommt.

Das Ärgerliche daran: Der Schaden sitzt fast immer an den teuren Teilen. Rohr ist billig, Magnetventile und Steuergeräte sind es nicht. Und die Reparatur bedeutet, dass an genau den Stellen wieder gegraben wird, an denen der Rasen gerade erst zugewachsen war.

Wie eine Anlage richtig winterfest gemacht wird

Wasser abdrehen reicht nicht. In den Leitungen bleibt Restwasser stehen, auch wenn oben kein Druck mehr anliegt. Deshalb gehe ich in dieser Reihenfolge vor:

  • Hauptabsperrung schließen und die Anlage vom Wasser trennen
  • Steuerung auf Winterbetrieb stellen, damit sie nicht gegen ein leeres Netz arbeitet
  • Entwässerungspunkte öffnen, damit der Großteil von selbst abläuft
  • Kreis für Kreis mit Druckluft ausblasen, bis nur noch Nebel kommt
  • Ventilbox, Filter und Druckminderer entleeren und prüfen
  • Bei Brunnen- oder Zisternenanlagen zusätzlich Pumpe und Vorlage entleeren

Wichtig ist der Druck beim Ausblasen. Zu wenig, und es bleibt Wasser stehen. Zu viel, und die Dichtungen der Regner nehmen Schaden, denn Versenkregner laufen trocken heiß, wenn man sie zu lange mit Luft betreibt. Bei fast jedem Termin kommt die Frage, ob es der Kompressor aus der Garage nicht auch tut. Druck hat so ein Gerät meist genug. Was ihm fehlt, ist die Luftmenge, und ohne die schiebt es das Wasser in der Leitung nur hin und her, statt es hinauszutragen.

Der richtige Zeitpunkt

Vor dem ersten dauerhaften Frost, in unserer Region üblicherweise zwischen Mitte Oktober und Ende November. Ein einzelner Nachtfrost im Oktober schadet einer gefüllten Anlage selten, mehrere Frostnächte hintereinander schon. Sobald der Wetterbericht Frost meldet, klingelt bei mir den ganzen Tag das Telefon, und dann stehen alle gleichzeitig auf derselben Liste. Termine vergebe ich deshalb ab September.

Und im Frühjahr

Die Inbetriebnahme ist mehr als „Hahn auf“. Wird eine leere Anlage schlagartig gefüllt, entstehen Druckschläge, die Ventile und Verbindungen belasten. Also wird langsam befüllt und entlüftet. Danach nehme ich mir jeden Kreis einzeln vor:

  • Fahren alle Regner sauber aus und wieder ein?
  • Stimmen Wurfweite und Sektor noch, oder hat der Winter etwas verstellt?
  • Sind Düsen verstopft oder ausgewaschen?
  • Ist die Bepflanzung so gewachsen, dass sie jetzt einen Regner abschattet?
  • Passen die Laufzeiten noch zur aktuellen Saison?

Der letzte Punkt wird meist unterschätzt. Eine Anlage, die drei Jahre lang mit denselben Laufzeiten läuft, gießt irgendwann an der Realität vorbei. Die Hecke ist gewachsen, das Beet größer geworden, ein Baum wirft inzwischen Schatten. Ein paar Minuten am Steuergerät bringen dann mehr als jede neue Düse.

Auch für fremde Anlagen

Ich warte auch Anlagen, die ich nicht gebaut habe. Beim ersten Mal schaue ich mir in Ruhe an, was verbaut ist und ob sich die Wartung überhaupt lohnt. Findet sich dabei etwas Grundsätzliches, eine fehlende Entwässerung etwa oder eine unzulässige Verbindung zum Trinkwassernetz, sage ich Ihnen das, bevor Sie Geld für eine Wartung ausgeben, die das eigentliche Problem nicht löst.

Häufige Fragen

Wann muss die Anlage winterfest gemacht werden?

Vor dem ersten dauerhaften Frost. In unserer Region ist das üblicherweise zwischen Mitte Oktober und Ende November. Bis zum ersten Frost zu warten, geht meistens schief. Termine vergebe ich deshalb ab September.

Reicht es, das Wasser abzudrehen?

Nein. In Rohren, Ventilen und Regnern bleibt Restwasser stehen. Gefriert es, sprengt es Gehäuse und Dichtungen. Deshalb wird die Anlage entleert und mit Druckluft kreisweise ausgeblasen.

Was passiert im Frühjahr?

Die Anlage wird langsam wieder befüllt, damit keine Druckschläge entstehen, jeder Kreis einzeln geprüft, verstellte oder verstopfte Düsen werden nachjustiert beziehungsweise getauscht und die Laufzeiten an die Saison angepasst.

Ich habe die Anlage nicht von Ihnen – machen Sie das trotzdem?

Ja. Ich schaue mir die Anlage einmal an und sage Ihnen ehrlich, ob und wie sie sinnvoll zu warten ist. Wenn etwas grundsätzlich falsch verbaut ist, erfahren Sie das von mir, bevor Sie Geld ausgeben.

Bevor der erste Frost kommt.

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