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Brunnen und Zisterne an die Bewässerung anschließen
Wer eigenes Wasser hat, sollte es auch nutzen. Der Garten ist der größte Wasserverbraucher am Haus – und der einzige, der kein Trinkwasser braucht.
Wohin das Wasser im Sommer geht
Eine bewässerte Rasenfläche zieht über eine Saison grob zwanzig bis vierzig Kubikmeter Wasser je hundert Quadratmeter. Genau dafür braucht niemand aufbereitetes Trinkwasser. In der Jahresabrechnung sieht man es trotzdem, und zwar deutlich. Mit einem eigenen Brunnen oder einer Zisterne holen Sie die Investition über die Jahre wieder herein. Bei größeren Flächen geht das schneller, als die meisten vermuten.
Für die Pflanzen ist Regenwasser aus der Zisterne das angenehmere Wasser: weich, kalkfrei und im Sommer deutlich wärmer als alles, was aus der Tiefe kommt. Beim Brunnen liegt der Fall anders. Das ist Grundwasser, bei uns eher hart, oft eisenhaltig und kalt. Dem Rasen macht das nichts aus. Der Technik schon, dazu gleich mehr.
Die Frage, die zuerst beantwortet werden muss
Nicht „Welche Pumpe?“, sondern: Wie viel Wasser gibt Ihr Brunnen dauerhaft her? Das ist der Punkt, an dem die meisten Planungen scheitern. Ein Brunnen, der die Gießkanne füllt, kann für eine Beregnungsanlage trotzdem zu schwach sein. Die läuft zwanzig bis vierzig Minuten am Stück und will in dieser ganzen Zeit einen gleichmäßigen Volumenstrom.
Deshalb messe ich vor jeder Planung die Ergiebigkeit. Wie viel kommt pro Minute, und wie lange bleibt diese Menge stabil, ohne dass der Wasserspiegel einbricht? Dafür stelle ich einen Eimer unter und nehme die Uhr dazu, einmal am Anfang und einmal, wenn die Pumpe eine Weile gelaufen ist. Auf den zweiten Wert kommt es an. Erst daraus ergibt sich, wie viele Regner in einem Kreis laufen dürfen. Ohne diese Messung baut man eine Anlage, die im ersten trockenen August aufgibt.
Eisen, Mangan, Sand
Brunnenwasser im mitteldeutschen Raum bringt fast immer Eisen und Mangan mit, oft dazu feinen Sand. Für die Pflanzen ist das kein Thema. Für die Bauteile schon:
- Eisen oxidiert an der Luft und setzt Düsen und Tropfer zu. Sichtbar wird es als rostbrauner Belag auf Pflaster, Hauswand und Terrasse. Der geht kaum wieder weg.
- Sand wirkt wie Schmirgelpapier auf Dichtungen und Ventilsitze.
- Organik aus Zisternen kann veralgen und Filter zusetzen.
Dagegen hilft eine passend ausgelegte Filterung, meist eine Kombination aus Vorfilter und Feinfilter, bei starkem Eisengehalt zusätzlich eine Enteisenung. Wichtig ist, dass die Filterung gewartet wird. Läuft eine gute Anlage plötzlich schlecht, sitzt der Grund in den meisten Fällen im Filter.
Pumpe, Vorlage, Umschaltung
Ausgelegt wird die Pumpe nach dem, was die Anlage tatsächlich braucht, nicht nach dem, was gerade im Angebot liegt. Ist sie zu schwach, erreichen die Regner ihre Wurfweite nicht. Ist sie zu stark, zerstäuben sie das Wasser zu Nebel, der wegweht, bevor er unten ankommt.
Sinnvoll ist fast immer eine Umschaltung zwischen Brunnen und Hausanschluss: Läuft der Brunnen trocken oder fällt die Pumpe aus, springt die Anlage auf Trinkwasser um, damit der Rasen nicht ausgerechnet in der Hitzewoche stehen bleibt. Wie diese Umschaltung gebaut sein muss, steht allerdings nicht zur Wahl. Daran hängt der Trinkwasserschutz.
Die Trennung vom Trinkwasser ist Pflicht
Eine direkte Verbindung zwischen Brunnen und Trinkwasserinstallation ist unzulässig. Bei Druckabfall im Netz könnte Brunnenwasser ins Hausnetz und von dort in die öffentliche Leitung zurückgesaugt werden. Nötig ist eine freie Trennung. So wird das gebaut: Das Trinkwasser läuft oben offen in einen Behälter, zwischen Auslauf und Wasserspiegel bleibt Luft, und aus diesem Behälter zieht eine eigene Pumpe das Wasser für die Anlage. Zurück kann da nichts, weil sich beide Seiten nirgends berühren.
Welche Norm das regelt und warum ein einfaches Rückschlagventil dafür nicht genügt, habe ich auf der Startseite im Abschnitt Trinkwasserschutz ausführlich aufgeschrieben, mit Quellenangaben. Und wenn Ihnen jemand einen Brunnenanschluss verkaufen will, ohne dieses Thema überhaupt anzusprechen, fragen Sie besser noch einmal nach.
Was Sie selbst klären sollten
Das Errichten eines Brunnens ist in Sachsen-Anhalt anzeigepflichtig. Auch die Nutzung von Brunnenwasser will beim Versorger und beim Abwasserbetrieb sauber gemeldet sein. Sonst rechnet Ihnen am Ende jemand Abwassergebühren für Wasser, das im Beet versickert ist. Was in Ihrem Fall anfällt, sage ich Ihnen beim Termin. Die Anzeige selbst müssen Sie machen.
Häufige Fragen
Liefert mein Brunnen genug Wasser?
Das ist die entscheidende Frage und der Punkt, an dem die meisten Planungen scheitern. Eine Beregnungsanlage braucht über längere Zeit einen gleichmäßigen Volumenstrom. Ich messe die Ergiebigkeit vor Ort, bevor irgendetwas bestellt wird.
Was ist mit Eisen und Sand im Brunnenwasser?
Beides ist in unserer Region häufig. Eisen setzt Düsen zu und hinterlässt braune Ränder auf Pflaster und Hauswand, Sand zerstört Dichtungen. Dagegen hilft eine passend ausgelegte Filterung – die dann aber auch gewartet werden muss.
Darf der Brunnen einfach ans Hausnetz?
Nein, auf keinen Fall ohne saubere Trennung. Eine Verbindung zwischen Brunnen und Trinkwasserinstallation ohne zugelassene Sicherungseinrichtung ist unzulässig und gefährlich. Wie das richtig gelöst wird, steht auf der Startseite im Abschnitt Trinkwasserschutz.
Lohnt sich eine Zisterne?
Bei größeren Flächen fast immer – Regenwasser ist weich, kostenlos und kalkfrei. Wichtig ist die richtige Größe: zu klein und sie ist im Hochsommer leer, zu groß und sie steht das halbe Jahr ungenutzt herum.
Schauen wir uns Ihren Brunnen an.
Rufen Sie an, oder lassen Sie mich vorbeikommen und nachmessen. Beides kostet Sie nichts, entschieden wird danach in Ruhe.